Kaisermanöver 1910

Nicht vergessen will ich das Kaisermanöver 1910. In unserer Scheune standen 30 Pferde von den berühmten Ulanen. Was hatten wir Buben da für eine Freude und welche Begeisterung herrschte da! Von der mittleren Steige aus wurde scharf geschossen in Richtung „Lohwald“, Hohestadt, bei dem bewegliche Attrappen standen.

Schon wenige Jahre später kam der blutige Ernst. Als Buben mit 13 bis 14 Jahren mussten wir unseren ganzen Betrieb führen, weil die Brüder draußen im Krieg waren, und dachten nicht, dass wir am Ende des Ersten Weltkrieges als blutjunge Soldaten mitmachen mussten. Es war eine harte Zeit für uns. Wenn ich zurückblicke, war sie doch auch wieder schön.

Einmal wurde eine alte Dienstmagd gefragt, wie denn ihr Leben gewesen sei. Da antwortete sie: „Es war schön zu leben, denn es waren Mühe und Arbeit gewesen!“

 

Dieser Beitrag wurde unter 1899–1913, Erster Weltkrieg, Kindheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.