Von den Dienstboten

War­um gab es frü­her so vie­le Dienst­bo­ten bei den Bau­ern?

Nun, das ist leicht erklär­lich: Zu die­ser Zeit muss­te noch alles mit Hand-und Spann­dienst geleis­tet wer­den. Ein mitt­le­rer Bau­er hat­te zwei Pfer­de und zwei Och­sen zum Ein­span­nen. Da waren schon zwei Fuhr­leu­te nötig: Ein Groß- und ein Klein­knecht. Für die Stall­ar­beit hielt man zwei Mäg­de. Die Kühe wur­den mit der Hand gemol­ken, und zum Aus­mis­ten, Ein­streu­en und Fut­ter­be­schaf­fen waren auch vie­le Hän­de not­wen­dig. Die Milch wur­de auf dem Bau­ern­hof selbst ver­ar­bei­tet. Es wur­den But­ter und Käse gemacht. Auch gab es kei­ne Was­ser­lei­tung und kei­ne Wasch­ma­schi­ne und bis 1907 auch kein elek­tri­sches Licht. Das Was­ser muss­te mit der But­te in den Stall getra­gen wer­den, an hei­ßen Tagen waren es manch­mal acht bis zehn But­ten und noch mehr. In der Küche stand ein Was­ser­stän­der. Da gin­gen für einen Tages­be­darf auch vier bis fünf But­ten hin­ein. Das woll­te auch erst her­bei­ge­schafft sein. Man war froh, wenn man einen guten Brun­nen im Hof hat­te. Vie­le muss­ten ihr Was­ser aus dem Dorf­brun­nen holen. Frü­her gab es davon in Gau­kö­nigs­ho­fen fünf bis sechs. An den hei­ßen Som­mer­ta­gen stan­den oft zehn Leu­te oder noch mehr vor dem Brun­nen und war­te­ten, dass der Vor­der­mann sei­ne But­te voll­ge­pumpt hat­te.

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