Heiße Sommer

Ich kann mich noch an die­se Som­mer erin­nern. Es war am Anfang der 30er Jah­re, da war es im Som­mer so heiß, dass man nur nachts das Getrei­de vom Fel­de heim­fah­ren konn­te. Da sind wir um 3 Uhr in der Frü­he hin­aus­ge­fah­ren, um die Gar­ben zu holen, denn unter­tags wären die gan­zen Kör­ner aus­ge­fal­len.

Auch kurz nach dem Krie­ge, als ich schon selb­stän­dig war, gab es auch einen sehr hei­ßen und tro­cke­nen Som­mer. In der gan­zen Gemar­kung fand man kein grü­nes Fleck­chen mehr. Gegen 4 Uhr mor­gens bin ich hin­aus­ge­fah­ren, um für die Kühe etwas Fut­ter zu fin­den. Da habe ich am Thier­bach grü­ne Schlut­ten aus­ge­macht. Ich mäh­te sie, lud sie auf und fuhr sie heim. Sogar das grü­ne Kar­tof­fel­kraut habe ich als Fut­ter für die Kühe abge­schnit­ten. Nach der Ern­te war es unmög­lich, die Stop­pel­fel­der zu ackern. So hart und aus­ge­trock­net war der Boden. Die Zucker­rü­ben sind beim Her­aus­ma­chen abge­bro­chen.

Dieser Beitrag wurde unter 1919–1932, Arbeit, Landwirtschaft veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.