Eine Birnengeschichte

Was gab es frü­her für gutes Obst! Die guten Zucker­bir­nen und die vie­len, vie­len Nuss­bäu­me sol­len nicht ver­ges­sen wer­den. Sie wur­den beschlag­nahmt, denn aus dem Nuss­baum­holz wur­den Gewehr­kol­ben gefer­tigt. Gau­kö­nigs­ho­fen muss­te ja auch zwei Glo­cken ablie­fern. Sie wur­den auf dem Kirch­turm zer­schla­gen. Noch heu­te höre ich die dump­fen Schlä­ge.

Doch nun wie­der zurück zu den süßen Zucker­bir­nen. Wir waren fünf Bur­schen im Alter von 17 bis 18 Jah­ren. Wir beschlos­sen, dass wir am Abend Bir­nen klau­en gehen. In der Nähe der Gast­wirt­schaft „Zur Gau­bahn“ stand ein so schö­ner Baum mit leuch­ten­den Früch­ten. Wer soll­te hin­auf­stei­gen? „Der Blom­ei­ers Sep­per­le.“, mein­te einer, „Der ist der leich­tes­te, den kön­nen wir leicht hin­auf­he­ben! „Kaum war er oben auf dem Baum, kam jemand. Plötz­lich sag­te eine Stim­me: „Herr Wacht­meis­ter, kom­men sie hier her, da krie­gen sie alle! „O du mei­ne Gute, das hat­te uns gera­de noch gefehlt. „Schnell über die Rübe­nä­cker, damit er uns nicht erwischt“, war unser ein­zi­ger Gedan­ke. Auf und nie­der saus­ten die Bei­ne, und die Rüben­blät­ter flo­gen durch die Luft. So rann­ten wir fast bis nach Achol­s­hau­sen. Auf dem alten Kirch­pfad lie­fen wir wie­der retour ins Dorf. Dabei späh­ten wir nach allen Sei­ten. Am nächs­ten Tag sag­te ein älte­rer Bur­sche zu uns: „O ihr dum­men Ker­le! Ihr habt euch ja schön ins Bocks­horn jagen las­sen! Ich war es, und nicht der Wacht­meis­ter!“

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Ein Kommentar zu Eine Birnengeschichte

  1. Peter Lischka sagt:

    Net­te Gschicht! Sag mal, wel­cher Font ist der Schrift­zug oben? Wir hat­ten in der Fir­ma Stem­pel mit wech­sel­ba­ren Buch­sta­ben, die hat­ten die glei­che.

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