Winterabende

Die Win­ter­aben­de waren frü­her gemüt­lich. Sie wur­den gemein­sam mit den Dienst­bo­ten ver­bracht. Die Frau­en strick­ten Strümp­fe und die Manns­bil­der mach­ten Wei­den­kör­be oder Strohnäp­fe. Der Ober­knecht schmauch­te sei­ne Pfei­fe, und Vater hol­te einen Krug guten Apfel­mos­tes aus dem Kel­ler. Es war eine schö­ne Har­mo­nie im Haus. Es wur­den auch manch­mal Geschich­ten erzählt oder ein Scherz zum Bes­ten gege­ben. Mut­ter hol­te eine Schüs­sel mit Nüs­sen und eine Schür­ze vol­ler Äpfel. War die Zeit für uns Kin­der da, ins Bett zu gehen, hieß es: „So, ihr geht jetzt schla­fen!“ Ger­ne wären wir ja noch eine Stun­de auf­ge­blie­ben, aber da gab es kei­nen Par­don.

Dieser Beitrag wurde unter 1899–1913, Familie, Kindheit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.