Feldarbeit

Die Arbeit des Jah­res lief im Rhyth­mus der Jah­res­zeit nach einem gewis­sen Plan ab. Gene­ra­ti­ons­lan­ge Erfah­run­gen spiel­ten dabei eine wich­ti­ge Rol­le. Sobald im Früh­jahr die Fel­der abge­trock­net waren, begann man mit dem Kunst­dün­ger­streu­en. Er wur­de mit der Hand auf das Feld gestreut. Wenn dies gesche­hen war, wur­de mit dem Säen begon­nen. Der Groß­knecht fuhr mit dem Wagen das Saat­gut und die Schar­eg­ge hin­aus aufs Feld. Mit der Schar­eg­ge wur­de das Feld für die Saat vor­be­rei­tet. Das Feld konn­te dann etwas abtrock­nen. Spä­ter kam das Och­sen­ge­spann mit der Säma­schi­ne.

Nun wur­de mit dem Säen begon­nen. „In Got­tes Namen“ sprach mein Vater, als er mit dem Säen begann. Wirk­lich ein schö­ner Brauch. Der Knecht führ­te die Och­sen und Vater lenk­te die Säma­schi­ne. „In Got­tes Namen“, so war es immer Vaters Brauch, wenn er mit einer Arbeit begann. Wenn das Feld gesät war, wur­de es noch gewalzt. Ein ande­res Gespann egg­te die Klee­äcker und die Wie­sen, die es damals in gro­ßer Men­ge gab. War dies getan, wur­den die Kar­tof­fel­acker her­ge­rich­tet. Zur rich­ti­gen Zeit wur­den die Kar­tof­feln mit der Hand gelegt. Im Jah­re 1917 bau­ten wir 4 ha Kar­tof­feln an. Sie wur­den alle mit dem Karst her­aus­ge­gra­ben und mit der Hand zusam­men­ge­le­sen. Ein schwe­res Stück Arbeit!

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